
Die Menschheit lebt seid vielen Hundert Jahren mit Schmutz in diversen Formen. Ein Großteil der feinen Stäube - auch der lungengängigen Partikel - gab es schon, bevor der Mensch das Licht der Welt erblickte; sie wird es auch noch geben, wenn er die Oberfläche des Planeten schon verlassen hat. Leider werden bei der Diskussion die natürlichen Ursachen (z.B. Saharah-Sand, Waldbrände, Vulkansausbrüche, ... ) konsequent ausgeblendet. Ebensowenig erfährt der Betroffene, welche menschengemachten Ursachen es außer Verkehr noch gibt: Ackerbau, Industrieanlagen, Kleinfeuerungsanlagen, Baustoffgewinnung, Hausputz, Laubbläser, Feuerwerk (das ist auch ein Kandidat für Verbote) usw.
Es handelt sich also allesamt um Ursachen, mit denen wir bisher recht gut Leben konnten, jedenfalls ohne dabei in blanke Panik zu verfallen. Gleichzeitig hat sich die Lebenserwartung (auch die der Stadtbevölkerung) stetig erhöht.
Ebenso wenig fließt in den nicht vorhandenen Diskurs mit ein, daß etwa 60% der städtischen Staubbelastung durch einen überregionalen Hintergrund entstehen. Seien es Kraftwerke in Osteuropa oder ähnliches. Allein die Tatsache, das der meterologische Einfluß auf die Staubmessungen so groß ist, daß hierdurch mehr oder weniger "Überschreitungstage" hervorgerufen werden, läßt die vorgegebenen Planungen als Makkulatur erscheinen. Damit dies aber nicht im Bewußtsein der Menschen ankommen, sind die Denunziantenteams der Umweltschutzverbände ausgeschwärmt und belästigen Autofahrer mit sog. "Feinstaubkontrollen". Man fühlt sich im Recht und macht ungeniert Gebrauch davon. Wir haben etwas gegen diese Vorgehensweise.
Von besonderem Interesse ist dabei die Tatsache, daß insbesondere moderne und leistungsfähige Dieselfahrzeuge, sogar jene die eine grüne Plakette bekommen würden, zu einem erheblichen Teil am Feinstaubdilemma Schuld sind. Alte Dieselmaschinen produzieren aufgrund ihres Verbrennungsverfahrens grobe Stäube, welche aufgrund der Massebindungskräfte die feinen Partikel bisher gebunden haben. Die dadurch schwerer gewordenen Partikel sinken anschließend zu Boden. Mit besserer Technik hat man ironischerweise sogar die Verweildauer der Stäube in der Luft erhöht.
Ginge es dem Gesetzgeber tatsächlich darum, etwas positives für den menschliche Gesundheit und Umwelt tun zu wollen, wäre es auch sicher sein Begehr, zunächst unsere Lebensmittel sicherer zu machen. Doch weit gefehlt. Derartige Maßnahmen laufen einflußreichen Lobbygruppen der Gentechniker, der Agrarchemiehersteller, Saatgutpatentinhaber, Getreidegroßhändlern, der Lebensmittel- und Werbeindustrie zugegen. Denn das Geschäft mit Zucker, Farb- und Konservierungsstoffen, Antioxidatien, Pestiziden, Fungiziden und was wir uns sonst noch alles in uns reinmampfen ist viel zu lukrativ. Da kann man besser ein paar Autofahrer wiedermal zu Sündenböcken stilisieren, was sich wiederum in einem Nachfrageschub bei der Industrie bemerkbar machen soll.
Verbieten - und massiv Geld damit verdienen - läßt sich aber z.B. Rauchen. Und Autofahren. Ein interessanter Vergleich findet sich übrigens hier [Anm. d. Autors: Ich bin Nichtraucher]. Allerdings zieht das Rauchverbot in Kneipen den verstärkten EInsatz der Heizpilze nach sich. So ist das im Leben.

Neuere Untersuchungen des Umweltbundesamtes belegen, daß der Hausbrand - also das Verfeuern von Holz und Kohle nach alter Manier mit eine der Hauptursachen für die Staubbelastung der Städte sind. Nun, auch hiermit konnte man einige Jahrzehnte klar kommen. War doch die Kohleheizung gerade hier im Ruhrgebiet früher eher die Regel als die Ausnahme. Zudem wird dort auch auf "Grillen" und "Rauchen" als Quelle für Feinstaubentwicklung verwiesen.
Nachdem man erst den Verkehr als Missetäter proklamierte, wird es um das gemütlichen Feuer im Ofen bald etwas ungemütlich. Der Gesetzgeber hat die Absicht, hierfür ebenfalls Messungen durch die Schornsteinfegerinnung und Filteranlagen verpflichtend vorzuschreiben. Ob dies auch den Käufern von Holzpellet-Heizungen erklärt wird, die sich im guten Glauben befinden, eine saubere Technik zu installieren, die gegenwärtig sogar noch mit öffentlichen Geldern gefördert werden?
Sollte für diesen Anwendungsfall eine für den Verbraucher unkomplizierte und tatsächlich preisgünstige Lösung geben, wird sicherlich nichts dagegen einzuwenden sein. Das Beispiel Umweltzone lässt einen da nicht sehr optimistisch in die Zukunft blicken.
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